Die hausarztzentrierte Versorgung (HZV) ist ein freiwilliges Versorgungsmodell der gesetzlichen Krankenkassen. Patientinnen und Patienten entscheiden sich bewusst dafür, ihre medizinische Versorgung primär über eine hausärztliche Praxis steuern zu lassen. Dieses Modell wird auch als freiwilliges Primärarztsystem bezeichnet.
Der Hausarzt ist dabei die erste medizinische Anlaufstelle und übernimmt die Koordination der gesamten Versorgung. Fachärztliche Behandlungen erfolgen gezielt und strukturiert über Überweisungen, wenn sie medizinisch sinnvoll sind.
Vorteile für Patientinnen und Patienten:
Die Teilnahme an der hausarztzentrierten Versorgung ist freiwillig. Die freie Arztwahl bleibt im Notfall uneingeschränkt bestehen. Es entstehen keine Nachteile bei akuten Erkrankungen oder dringlichen medizinischen Situationen.
Die hausarztzentrierte Versorgung stärkt die Rolle des Hausarztes als koordinierende Stelle, verbessert die Übersicht über medizinische Maßnahmen und trägt zu einer effizienteren und nachvollziehbaren Versorgung bei.
Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronische Erkrankungen. Sie sollen die Versorgung planbarer, nachvollziehbarer und leitlinienorientiert machen – mit definierten Inhalten, klaren Schnittstellen zu Fachärzten und regelmäßigen Verlaufskontrollen.
Die Teilnahme ist empfehlenswert, aber freiwillig und für gesetzlich Versicherte in der Regel kostenfrei. Sie kann jederzeit ohne Begründung beendet werden.
Wichtig: Im Rahmen der DMP wird die Versorgung chronisch Kranker messbar verbessert, weil Therapieziele gemeinsam festgelegt werden, regelmäßige Kontrollen verbindlich geplant sind und Schulungen bzw. strukturierte Beratung ausdrücklich vorgesehen sind.
Die Verlaufskontrollen erfolgen – je nach Erkrankung und Schweregrad – alle 3 Monate oder alle 6 Monate. Das entspricht den in den DMP vorgesehenen Dokumentations- und Kontrollintervallen (quartalsweise oder jedes zweite Quartal).
Ziel ist, Folgeerkrankungen zu vermeiden (z. B. Augen, Nieren, Nerven, diabetischer Fuß) und das Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen zu senken. Dazu gehören strukturierte Kontrollen, Therapieanpassungen, Beratung zu Lebensstil und bei Bedarf Schulungen.
Inhalte:
Ziel ist, Exazerbationen und Krankheitsfolgen zu reduzieren, Lebensqualität und Belastbarkeit zu erhalten und Komorbiditäten strukturiert mit zu behandeln. Bestandteil sind regelmäßige Verlaufskontrollen, Inhalationstechnik/Medikation, Präventionsmaßnahmen und abgestimmte Schnittstellen zu Fachärzten.
Inhalte:
Ziel ist, die asthma-bezogene Lebensqualität zu verbessern und Risiken zu reduzieren. Im Fokus stehen strukturierte Kontrollen, optimierte Inhalationstherapie, Schulungen/Information und ein planbares Vorgehen bei Beschwerden oder Verschlechterungen.
Inhalte:
Ziel ist, Sterblichkeit und Komplikationen zu senken (z. B. Herzinfarkt, Herzinsuffizienz) und die Lebensqualität zu verbessern. Das DMP unterstützt eine prognoseverbessernde medikamentöse Therapie, Blutdruckkontrolle, Lebensstilmaßnahmen und ein strukturiertes Risikofaktoren-Management.
Inhalte:
Prävention und strukturierte Vorsorge sind ein zentraler Bestandteil der hausärztlichen Versorgung. Ziel ist es, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, Risiken realistisch einzuschätzen und unnötige Folgeerkrankungen zu vermeiden. Die gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen basieren auf Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und Empfehlungen der Kassenärztliche Bundesvereinigung.
Einmalige Gesundheitsuntersuchung zwischen 18 und 35 Jahren
Gesetzlich Versicherte haben einmalig Anspruch auf eine Gesundheitsuntersuchung zwischen dem 18. und dem vollendeten 35. Lebensjahr. Ziel ist die frühe Erkennung von Risikofaktoren und bislang unentdeckten Erkrankungen.
Ab dem 35. Lebensjahr besteht Anspruch auf eine Gesundheitsuntersuchung:
Ziele und Inhalte des Check-ups:
Ab dem 35. Lebensjahr haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf ein Hautkrebsscreening alle zwei Jahre.
Untersucht wird die gesamte Haut, mit dem Ziel, Hautkrebs frühzeitig zu erkennen, bevor Beschwerden oder Komplikationen auftreten.
Der immunologische Stuhltest (iFOBT) dient dem Nachweis von nicht sichtbarem Blut im Stuhl und ist Bestandteil der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge.
Ab dem 50. Lebensjahr besteht einmalig Anspruch auf eine ärztliche Beratung zur Darmkrebsvorsorge. Dabei werden Nutzen, Ablauf und mögliche Untersuchungswege erläutert (Stuhltest oder Darmspiegelung).
Männer haben Anspruch auf eine gesetzliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung. Inhalte, Umfang und Altersgrenzen richten sich nach den geltenden Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses.
Bestandteile sind unter anderem:
Im Rahmen der Krebsfrüherkennung erfolgt eine ärztliche Beratung zur Prostatafrüherkennung, einschließlich Information über Nutzen und mögliche Risiken einer PSA-Bestimmung (Prostata-spezifisches Antigen).
Dabei werden unter anderem besprochen:
Die PSA-Bestimmung ist keine reguläre Leistung der gesetzlichen Krebsfrüherkennung und wird als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten.
Die Durchführung erfolgt nur nach ärztlicher Aufklärung und individueller Entscheidung des Patienten.
Impfungen sind ein zentraler Bestandteil der Prävention. Grundlage der Empfehlungen sind die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut sowie ergänzend die Sächsische Impfkommission (SIKO). Die Empfehlungen orientieren sich am aktuellen wissenschaftlichen Stand und werden regelmäßig angepasst.
In der hausärztlichen Praxis erfolgen:
Schutz vor einer schweren bakteriellen Infektion, die über Wunden übertragen wird. Auffrischung in der Regel alle 10 Jahre.
Schutz vor einer bakteriellen Infektion der Atemwege mit potenziell schweren Komplikationen. Auffrischung meist kombiniert mit Tetanus.
Besonders relevant für Säuglinge, Schwangere und Kontaktpersonen von Neugeborenen. Auffrischung im Erwachsenenalter empfohlen.
Schutz vor einer virusbedingten Erkrankung mit möglicher Lähmung. Auffrischung bei entsprechender Indikation.
Schutz vor virusbedingten Infektionen mit teils schweren Verläufen. Impfschutz ist besonders wichtig bei fehlender Immunität.
Empfohlen bei fehlender Immunität, insbesondere bei bestimmten Risikogruppen.
Empfohlen ab einem bestimmten Alter bzw. bei Risikofaktoren zur Reduktion von Erkrankung und Folgekomplikationen.
Schutz vor bakteriellen Hirnhautentzündungen und schweren systemischen Infektionen. Indikation abhängig von Alter, Risikoprofil oder Reise.
Hepatitis A schützt vor einer akuten Leberentzündung, meist im Zusammenhang mit Reisen oder bestimmten beruflichen Risiken.
Hepatitis B schützt vor einer chronischen Virushepatitis mit möglichen Langzeitfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs. Beide Impfungen sind bei entsprechender Indikation empfohlen.
Empfohlen für bestimmte Alters- und Risikogruppen, insbesondere ältere Menschen oder Personen mit chronischen Erkrankungen, zur Reduktion schwerer Atemwegsverläufe.
Schutz vor bakteriellen Infektionen wie Lungenentzündung, besonders relevant für ältere Menschen und chronisch Kranke.
Jährliche Impfung empfohlen, insbesondere für ältere Menschen, chronisch Erkrankte, medizinisches Personal und weitere Risikogruppen.
Impfempfehlungen richten sich nach Alter, Vorerkrankungen und Risikoprofil. Ziel ist die Reduktion schwerer Verläufe und Komplikationen.
Die konkrete Impfempfehlung erfolgt individuell unter Berücksichtigung von Alter, Vorerkrankungen, beruflicher Exposition und Risikofaktoren.
Vor Auslandsreisen bieten wir eine individuelle reisemedizinische Beratung an. Dabei werden Reiseziel, Reisedauer, Art der Reise und persönliche Risikofaktoren berücksichtigt.
Inhalte der Reiseberatung:
Reiseimpfungen sind in der Regel Privatleistungen. Die Kostenübernahme erfolgt abhängig von der jeweiligen Krankenkasse ganz oder teilweise. Eine individuelle Klärung ist empfehlenswert.
Die Terminvereinbarung für Impfberatung und Reiseberatung erfolgt regulär über die Terminbuchung der Praxis.
Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse und des Abdomens werden in unserer Praxis ausschließlich durch Dr. med. Irene Uhle durchgeführt.
Der Ultraschall dient der strukturellen Beurteilung von Organen, z. B. bei auffälligen Laborwerten, tastbaren Befunden, Schmerzen oder zur Verlaufskontrolle bekannter Erkrankungen. Die Indikation wird vorab ärztlich geprüft.
Das Ruhe-EKG dient der Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Herzens. Es wird eingesetzt zur Abklärung von Herzrhythmusstörungen, Brustschmerzen, Belastungsintoleranz sowie im Rahmen von Vorsorge- und Verlaufskontrollen bei bekannten Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Das EKG liefert Hinweise auf Rhythmus, Herzfrequenz und mögliche Durchblutungsstörungen.
Die Spirometrie ist eine Untersuchung zur Beurteilung der Lungenfunktion. Sie wird eingesetzt bei Atemnot, chronischem Husten, Verdacht auf Asthma bronchiale oder COPD sowie zur Verlaufskontrolle bekannter Lungenerkrankungen. Gemessen werden u. a. Atemvolumina und Atemfluss, um eine Einengung der Atemwege zu erkennen und den Schweregrad einzuschätzen.
Die ABI-Messung, auch Knöchel-Arm-Index oder Armbandindex genannt, dient der Diagnostik einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Dabei wird der Blutdruck an Armen und Beinen gemessen und ins Verhältnis gesetzt. Die Untersuchung hilft, Durchblutungsstörungen der Beinarterien frühzeitig zu erkennen, auch bevor Beschwerden auftreten.
Die Langzeitblutdruckmessung erfolgt über 24 Stunden mit einem tragbaren Messgerät. Sie dient der sicheren Diagnostik von Bluthochdruck, der Therapiekontrolle sowie der Abklärung von Schwankungen wie Weißkittel- oder maskierter Hypertonie. Die Messung ermöglicht eine realistische Beurteilung des Blutdruckverlaufs im Alltag und in der Nacht.
Die Phlebolyse mit Radiofrequenz ist ein schonendes, lokal wirksames Verfahren zur Behandlung gutartiger Hautveränderungen. Ziel ist die gezielte Zerstörung bzw. Rückbildung der veränderten Gefäß- oder Hautstrukturen durch kontrollierte Wärmeenergie, ohne operativen Eingriff.
Bei der Phlebolyse wird Radiofrequenzenergie punktgenau in die betroffene Hautveränderung eingebracht. Dadurch kommt es zu einer gezielten thermischen Schädigung der Struktur, die sich in den folgenden Tagen bis Wochen zurückbildet. Schnitte, Nähte oder eine Vollnarkose sind nicht erforderlich. Die Behandlung erfolgt ambulant.
Die Methode gilt als nebenwirkungs- und risikoarm. In der Regel treten nur lokale, vorübergehende Reaktionen wie Rötung oder leichte Krustenbildung auf.
Die Phlebolyse kann bei medizinischer Indikation unter anderem eingesetzt werden bei:
Nicht jede Hautveränderung ist für dieses Verfahren geeignet.
Die ärztliche Beratung und Indikationsstellung erfolgt vorab im Rahmen der ärztlichen Sprechstunde. Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob die Phlebolyse medizinisch sinnvoll ist.
Die Behandlung wird überwiegend durch eine dafür geschulte medizinische Fachangestellte (MFA) unserer Praxis durchgeführt, nach ärztlicher Indikationsstellung.
Die Phlebolyse ist eine Privatleistung und wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
Detaillierte Kosteninformationen erhalten Sie direkt in der Praxis.
Die Bioimpedanzanalyse (BIA) ist ein medizinisches Verfahren zur Bestimmung der Körperzusammensetzung. In unserer Praxis erfolgt die Messung mit einem modernen, medizinisch validierten Gerät, dem seca mBCA Ultra.
Die Untersuchung liefert objektive Daten zu Fettmasse, Muskelmasse, Körperwasser und weiteren Parametern. Diese Informationen gehen deutlich über das Körpergewicht oder den Body-Mass-Index hinaus und ermöglichen eine differenzierte medizinische Einschätzung.
Die BIA dient als Grundlage für eine strukturierte ärztliche Beratung zu Ernährung, Gewichtsentwicklung und Lebensstil. Sie ermöglicht es, Veränderungen im Verlauf objektiv zu messen und Therapiekonzepte nachvollziehbar anzupassen.
Eine gesunde Ernährung und ein stabiles, physiologisches Körpergewicht sind entscheidend für:
Auf Basis der Bioimpedanzanalyse bieten wir strukturierte Ernährungsprogramme zur Gewichtsreduktion an. Diese Programme folgen anerkannten ernährungsmedizinischen Prinzipien und sind leitliniengerecht aufgebaut.
Die Programme:
Ablauf
Die Bioimpedanzanalyse (BIA) und die begleitenden Ernährungsprogramme sind individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL).
Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht vorgesehen.
Für eine schnelle und planbare Terminvergabe empfehlen wir die Online-Buchung über den untenstehenden Button. Dort steht eine große Terminverfügbarkeit zur Verfügung – auch für Neupatienten und Vertretungspatienten. Die strukturierte Online-Terminvergabe ermöglicht reduzierte Wartezeiten und effiziente Abläufe in der Praxis. Sie können nicht in die Praxis kommen? Dann vereinbaren Sie einfach eine Videosprechstunde.